Ratenkredit

Den Ratenkredit bezeichnet man aufgrund seiner Verwendung häufig auch als Konsum-, Konsumenten- oder Anschaffungskredit. Hier stellt der Kreditgeber dem Kreditnehmer das Darlehen in einer Summe zur Verfügung. Die Tilgung des Darlehens erfolgt dann in monatlich gleichen Raten durch den Kreditnehmer an der den Kreditgeber. Die Kreditrate bzw. Monatsrate setzt sich aus den Zins- und Bearbeitungskosten sowie dem Tilgungsanteil zusammen. Der Tilgungsanteil dient der Rückzahlung des Kredites. Der Zins wird für die Nutzung des Kredites gezahlt.



Beeinflusst wird der Zinssatz durch die Dauer der Rückzahlung. Bei einem Ratenkredit sind Laufzeiten zwischen 12 und 72 Monaten üblich. Natürlich kann die Laufzeit den persönlichen Verhältnissen des Kreditnehmers angepasst werden. Eine kurze Laufzeit ist nur zu empfehlen, wenn es die monatlichen Belastungen zulassen, denn hier fallen die monatlichen Raten höher aus. Dafür sind die Gesamtkosten niedriger.

Für die Abwicklung des Kreditantrages fallen Kosten an, die die Bank in der Regel an den Kreditnehmer in Form von Bearbeitungsgebühren weiterreicht. Bei ca. 2 % des Kreditbetrages können diese Bearbeitungskosten liegen. Entweder werden die Bearbeitungskosten vom Auszahlungsbetrag abgezogen oder aber auf die zu tilgende Kreditsumme aufgeschlagen. Werden Ratenkredite ohne Bearbeitungsgebühr angeboten, sollte jedoch auf versteckte Kosten geachtet werden.

Vor Abschluss eines Ratenkredites sollte unbedingt der effektive Jahreszins der verschiedenen Kreditanbieter verglichen werden. Dieser Zinssatz gibt die Gesamtkosten im Jahr an und muss von den Sparkassen und Banken angegeben werden. Der effektive Jahreszins wird nicht nur von den Bearbeitungsgebühren und dem Auszahlungskurs beeinflusst. Auch die Zins- und Tilungsverrechnungstermine sowie der Tilgungssatz, Tilgungsbeginn und Tilgungshöhe sind ausschlaggebend.

Es gibt neben dem Konsumentenkredit, der dem Kreditnehmer zur freien Verfügung steht, beispielsweise für einen Urlaub, auch zweckgebundene Ratenkredite. Bei einem zweckgebundenen Ratenkredit darf der Kreditnehmer den Kreditbetrag nur für einen speziellen Verwendungszweck nutzen z.B.: Wohnungseinrichtung, Finanzierung eines Neu- oder Gebrauchtwagens.

Zu jedem Zeitpunkt kann bei einem Ratenkredit eine Sondertilgung geleistet werden. Hier wird zwischen einer Teilrückzahlung, welche meist gesondert vereinbart werden muss und einer kompletten Rückzahlung (Ablösung) des Kreditbetrages unterschieden. In der Regel werden die Ratenkredite in die Schufa eingetragen.

Eine Kündigung des Ratenkredites durch den Kreditnehmer ist 6 Monate nach der Auszahlung des Darlehens mit einer Frist von 3 Monaten möglich. Es besteht allerdings keinerlei Verpflichtung aufseiten der Bank, die Bearbeitungsgebühr zurückzuzahlen. Sie darf sogar eine Gebühr für die Bearbeitung der Kündigung erheben.

Für eine Kündigung durch die Bank müssen drei Bedingungen erfüllt sein. Zum einen muss der Kreditnehmer mit mindestens zwei aufeinander folgenden Raten in Verzug sein. Zum anderen müssen Ratenrückstände von mindestens 10% bzw. 5 % des Nennbetrages bestehen. Ferner muss die Bank den Kreditnehmer bereits 2 mal gemahnt und mit Kündigung gedroht haben.

Es ist übrigens kein Problem, ein Ratenkredit online zu beantragen. Die vollständig ausgefüllte Kreditangebot der Bank kommt dann per Post oder kann bereits am Computer online ausgedruckt werden. Das Kreditangebot muss nur noch unterschrieben werden und zusammen mit dem Post-Identverfahren zurück zur Bank gesandt werden.

Ein ganz anderes Produkt ist die Prepaid Kreditkarte. Obwohl diese das Wort Kredit enthält, gibt es hier gar keinen Kredit. Die Prepaid Kreditkarte ist eine Guthabenkarte. Das eingezahte Guthaben kann per Kreditkartenfunktion aufgebraucht werden.